Umschulungen stellen einen gegenüber klassischen Berufsausbildungen verkürzten Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss dar. Die Dauer einer Umschulung beträgt in der Regel zwei Drittel der normalen Ausbildungszeit für den Beruf.

Ablauf und Struktur der Umschulung

Eine Umschulung als Metallbauer / Metallbauerin dauert 28 Monate in Vollzeit und ca. 42 Monate in Teilzeit. Zum Vergleich: Die reguläre Ausbildungszeit für den Beruf liegt bei 42 Monaten in Vollzeit und ca. 54 Monaten in Teilzeit.

Diese Verkürzung ist nur dann möglich, wenn der Interessent bzw. die Interessentin über Erfahrungen verfügt, die eine solche Verkürzung rechtfertigen. Das können berufliche Erfahrungen sein, z.B. durch eine bereits (auch teilweise) absolvierte Ausbildung, aber auch schulische Erfahrungen, z.B. durch ein Abitur oder ein (abgebrochenes) Studium. Wichtig zu wissen ist, dass nicht in jedem Fall ein bereits erworbener Berufsabschluss oder ein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt werden. Es wird also jeweils der Einzelfall gemeinsam mit der jeweils zuständigen Kammer abgestimmt.

Die Umschulung besteht typischerweise aus:

  • Theoretischem und fachpraktischem Unterricht in der zuständigen Berufsschule (ca. 2 Tage pro Woche)
  • Stütz- und Förderunterricht im Bfz-Kassel (ca. 1-3 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Fachpraktischen Übungen in Praxisbetrieben der Region Kassel (ca. 0-2 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Einem Praktikum gegen Ende der Maßnahme bei einem potenziellen Arbeitgeber (auch das lernbegleitend)

Insgesamt ist der Aufbau stark angelehnt an das normale System der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Wichtig ist uns vor allem die Flexibilität, auf Lernprobleme durch eine Erhöhung des Anteils des Stütz- und Förderunterrichts reagieren zu können.

Metallbauer bzw. Metallbauerin (Fachrichtung Konstruktionstechnik) ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO). Sie stellen Stahl- und Metallbaukonstruktionen her, montieren sie und halten sie instand. Metallbauer bzw. Metallbauerinnen der Fachrichtung Konstruktionstechnik fertigen und montieren unter anderem:

  • Überdachungen
  • Fassadenelemente
  • Tore
  • Fensterrahmen
  • Schutzgitter aus Stahl oder anderen Metallen

Häufig stellen sie Einzelstücke speziell nach Kundenwunsch her. Sie richten sich nach technischen Zeichnungen, wenn sie von Hand oder maschinell Leichtmetalle oder Stahl bearbeiten und verarbeiten. Sie reißen Metallplatten, Rohre oder Profile an, schneiden sie zu und formen sie. Dann schweißen, nieten oder schrauben sie die einzelnen Bauteile zusammen. Bei der Montage vor Ort bauen sie auch Schließ- und Sicherheitsanlagen ein und installieren zum Beispiel mechanische, hydraulische und elektrische Antriebe für Tor- oder Sonnenschutzanlagen. Außerdem warten sie ihre Produkte und halten sie instand.

Persönliche Voraussetzungen

Kenntnisse in Werken und Technik sind für das Arbeiten an verschiedenen Werkstoffen und die Umsetzung von Bauzeichnungen wichtig. Mathematik ist unter anderem erforderlich, um Flächen, Volumen, Massen oder Materialbedarf berechnen zu können. Kenntnisse in Physik werden zum Beispiel gebraucht, um Schaltpläne erstellen und Steuerungen aufbauen zu können. Da Berechnungen und Dokumentationen auch mithilfe von Anwendungsprogrammen am PC durchgeführt werden, sind zudem Erfahrungen in der Datenverarbeitung wünschenswert.

Da Umschulungen ein vergleichsweise schneller Weg zu einem Berufsabschluss darstellen, ist eine Förderung möglich und in vielen Fällen interessant.

  • Erwerbslose können über die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter einen Bildungsgutschein erhalten, mit dem die Umschulung finanziert wird.
  • Wenn aus gesundheitlichen Gründen der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, dann kann eine Umschulung von der Rentenversicherung oder (bei Arbeitsunfällen) von der zuständigen Berufsgenossenschaft finanziert werden.
  • Natürlich ist auch eine Privatfinanzierung möglich. Unter Umständen lassen sich diese Kosten auch durch BAFöG-Leistungen reduzieren.

Die Umschulung im Bfz-Kassel orientiert sich weitgehend am bewährten dualen Berufsausbildungs-System in Deutschland. Die Umschüler erwerben sowohl die notwendigen Kenntnisse in der Fachtheorie, als auch die praktischen Erfahrungen, die man nur in Betrieben sammeln kann.

Der Unterricht erfolgt weitgehend klassisch, also dem üblichen Modell "Lehrer vor Klasse" folgend. Selbstlernphasen und eigenständiges Üben bzw. Lernen beschränken sich auf pädagogisch angebrachte Anteile.

Das Bfz-Kassel fungiert auch als Unternehmensberatung und Unternehmensdienstleister und gewinnt daher Einblicke in die betriebliche Praxis, die einem reinen Bildungsanbieter oftmals verwehrt bleiben. Unsere Consulting-Aktivitäten haben auch einen Einfluss auf die Qualität unserer Beziehungen zu den Unternehmen in der Region und die damit einhergehenden Vermittlungs-Aussichten.

Ihr Ansprechpartner
Leiter Unternehmens-Entwicklung

Starttermine
  • 02.10.2017
    Metallbauer/-in
    VZ: 28 Monate bis zum 31.01.2020
  • 01.02.2018
    Metallbauer/-in
    VZ: 24 Monate bis zum 31.01.2020
    TZ: 36 Monate bis zum 29.01.2021
  • 01.03.2018
    Metallbauer/-in
    VZ: 28 Monate bis zum 30.06.2020
  • 01.08.2018
    Metallbauer/-in
    VZ: 24 Monate bis zum 30.06.2020
    TZ: 36 Monate bis zum 16.07.2021
Legende
  • VZ = Vollzeit
  • TZ = Teilzeit (vormittags)