Im Auftrag der Kommunalen Arbeitsförderung der Stadt Kassel führte das Bfz-Kassel eine Maßnahme für Flüchtlinge mit guten Bleibeperspektiven durch. Das Programm namens „Berufsorientierung im niedrigschwelligen Dienstleistungebereich“ (kurz: BOnD) lief von April bis Juli 2016.

Insgesamt circa 15 Flüchtlinge nahmen das Angebot wahr, ihre Verwendbarkeit in dem Berufsfeld Logistik im Bfz-Kassel testen und erweitern zu lassen. Dabei war unser Angebot nur ein Ausschnitt dessen, was die Kommunale Arbeitsförderung den Flüchtlingen anbot. Das Gesamtangebot bestand aus:

  • Intensivem Sprachunterricht an jedem Vormittag in der Volkshochschule Kassel und
  • berufsspezifische Vorbereitungsangebote, die - neben uns - auch vom Bildungszentrum Grone - dort mit dem Schwerpunkt Reinigungsdienstleistungen - angeboten wurden.

In unserer Arbeit stellten wir schnell fest, dass die Teilnehmer allesamt sehr motiviert waren, möglichst bald sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei den meisten Teilnehmern waren die Voraussetzungen dafür auch recht gut, sobald die Sprachkenntnisse gut genug sind. Generell waren wir aber durchaus erstaunt, wie gut die Kommunikation bei den meisten Teilnehmern schon klappte, obwohl Sie zum Zeitpunkt des Kursbeginns erst seit circa 6 Monaten in Deutschland waren. Aber natürlich gab es auch die Fälle, bei denen das Lernen diesbezüglich langsamer voran ging.

Die meisten Teilnehmer hatten keine spezifischen Erfahrungen in der Logistik vorzuweisen, dafür aber in anderen Bereichen, wobei diese Erfahrungen in der Regel keinem Berufsabschluss gleichzusetzen waren. In allen Fällen war aber das Potenzial vorhanden, eine Ausbildung in Deutschland zu absolvieren.

Teil der Maßnahme war auch eine betriebliche Erprobung, also eine Art Praktikum. In fast allen Fällen verlief diese Erprobung dann auch erfolgreich, in Einzelfällen konnte sogar direkt eine betriebliche Ausbildung vereinbart werden. Das Bfz-Kassel dankt allen teilnehmenden Firmen und Institutionen.

Unser Fazit der Maßnahme: Die Teilnehmer brachten gute Berufserfahrungen und vor allem großes Interesse mit. In den meisten Fällen sind natürlich die im Ausland gesammelten Berufserfahrungen nicht direkt auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragbar. Neben bzw. nach der Sprachförderung ist es dringend notwendig, auch in der beruflichen Bildung keine falsche Zurückhaltung zu üben, sondern alle Möglichkeiten zu nutzen, damit die Potenziale, welche die Flüchtlinge mitbringen, genutzt werden können.