Die Ausbildung besteht typischerweise aus:

  • Theoretischem und fachpraktischem Unterricht in der zuständigen Berufsschule (ca. 2 Tage pro Woche)
  • Stütz- und Förderunterricht im Bfz-Kassel (ca. 1-3 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Fachpraktischen Übungen in Praxisbetrieben der Region Kassel (ca. 0-2 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Einem Praktikum gegen Ende der Maßnahme bei einem potenziellen Arbeitgeber (auch das lernbegleitend)

Insgesamt ist der Aufbau stark angelehnt an das normale System der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Wichtig ist uns vor allem die Flexibilität, auf Lernprobleme durch eine Erhöhung des Anteils des Stütz- und Förderunterrichts reagieren zu können.

Industriekaufleute steuern und bearbeiten in Unternehmen aller Branchen, insbesondere aber in Industriebetrieben, kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Aufgabenbereiche wie Materialwirtschaft, Vertrieb und Marketing, Personalwesen, Produktionsplanung, Buchhaltung und Finanzwesen.

Einsatzbereiche für Industriekaufleute

Die Einsatzbereiche sind weit gefächert, auch weil es sich bei der Ausbildung zum Industriekaufmann um eine sehr breit angelegte Ausbildung handelt. Es ist mit sicherlich die am umfassendsten angelegte kaufmännische Ausbildung. Fast alle betrieblichen Aufgabenbereiche sind Teil des Berufsbildes.

Industrieunternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche beschäftigen Industriekaufleute und auch außerhalb des industriellen Bereichs, zum Beispiel im Dienstleistungsbereich, finden Industriekaufleute häufig gute Berufsaussichten vor, da die Ausbildung auch generell einen sehr guten Ruf besitzt.

  • In der Materialwirtschaft tragen Industriekaufleute dafür Sorge, die Produktions- und Betriebsabläufe im Unternehmen zu optimieren.
  • Im Einkauf ermitteln sie die bestmöglichen Konditionen, zu denen die notwendigen Ressourcen zeitgerecht in der geforderten Qualität zur Verfügung gestellt werden können.
  • Sie organisieren die sachgerechte Lagerung und die plangemäße Bereitstellung des Materials für den Produktionsprozess.
  • In der Produktionsplanung entwickeln Industriekaufleute Stücklisten und Fertigungspläne. Sie überwachen Kapazitätsauslastungen und koordinieren jene Faktoren, die bei der Fertigung in Einklang gebracht werden müssen. Mit ihrem umfangreichen Wissen tragen sie erheblich zur Prozessoptimierung bei.
  • Im Personalbereich analysieren Industriekaufleute den Personalbedarf und wirken aktiv bei der Personalplanung mit. Ausgestattet mit profunden Kenntnissen über gesetzliche Bestimmungen und tarifrechtliche Vereinbarungen stehen sie den Arbeitnehmern wie auch dem Arbeitgeber mit Rat zur Seite. Gewissenhaft erledigen sie die Lohn- und Gehaltsabrechnung.
  • Eingesetzt im Vertrieb führen Industriekaufleute selbstständig Verkaufsverhandlungen und Preiskalkulationen durch. Sie sind aktiv in Kundenakquise und Kundenbetreuung.
  • Im Marketing planen und koordinieren sie Werbemaßnahmen und Kundenbetreuung effizient zur Kundengewinnung beziehungsweise zum Erhalt gewachsener Kundenbeziehungen.
  • Im Finanz- und Rechnungswesen buchen sie Geschäftsvorgänge und archivieren Belege entsprechend gesetzlichen oder betrieblichen VorgabenIn der Kosten- und Leistungsrechnung ermitteln sie die Kosten für die jeweiligen Kostenträger und sorgen somit für Transparenz in der Kalkulation.

Persönliche Voraussetzungen für Industriekaufleute

Als Industriekaufmann bzw. Industriekauffrau sollte man verstehen, wie alle Rädchen in einem Unternehmen ineinander greifen müssen. Mehr als in jeder anderen kaufmännischen Ausbildung steht das Verständnis für das Gesamtsystem "Unternehmen" im Vordergrund. Daher sollten angehende Industriekaufleute in der Lage sein, in Zusammenhängen zu denken.

Im Wesentlichen für Jugendliche mit schulischen Schwierigkeiten und anderen Einschränkungen fördert insbesondere die Agentur für Arbeit den Erwerb von Berufsabschlüssen in sogenannten überbetrieblichen oder außerbetrieblichen Einrichtungen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze ist sehr begrenzt. Das Bfz-Kassel bietet solche Plätze zurzeit nicht an.

Für Jugendliche ohne solche Einschränkungen gibt es keine weiteren Angebote. Es werden Warteschleifen (mit Namen wie "Berufsvorbereitungsjahr") veranstaltet, ansonsten empfiehlt man den meisten Jugendlichen lediglich, sich um Ausbildungsplätze zu bewerben, auch wenn es schlicht weniger Plätze gibt als ausbildungssuchende Jugendliche.

Das Bfz-Kassel bietet seine Dienste auch in solchen Fällen an, für die sich ansonsten keine Lösung finden lässt. Die Kosten hierfür werden allerdings von den Jugendlichen oder ihren Eltern / Sponsoren finanziert werden müssen. Eine BAFöG-Förderung sollte möglich sein, aber hierzu liegen keine abschließenden Erkenntnisse vor. Möglich, dass man den Anspruch auf BAFöG erst durchsetzen muss, da die Möglichkeit, eine "schulische Ausbildung" zu absolvieren, in Hessen noch nicht ganz angekommen zu sein scheint - in anderen Bundesländern ist das Standard und ebenso die BAFöG-Förderung für solche Ausbildungen.

Die Ausbildung im Bfz-Kassel orientiert sich weitgehend am bewährten dualen Berufsausbildungs-System in Deutschland. Die Auszubildenden erwerben sowohl die notwendigen Kenntnisse in der Fachtheorie, als auch die praktischen Erfahrungen, die man nur in Betrieben sammeln kann.

Der Unterricht erfolgt weitgehend klassisch, also dem üblichen Modell "Lehrer vor Klasse" folgend. Selbstlernphasen und eigenständiges Üben bzw. Lernen beschränken sich auf pädagogisch angebrachte Anteile.

Das Bfz-Kassel fungiert auch als Unternehmensberatung und Unternehmensdienstleister und gewinnt daher Einblicke in die betriebliche Praxis, die einem reinen Bildungsanbieter oftmals verwehrt bleiben. Unsere Consulting-Aktivitäten haben auch einen Einfluss auf die Qualität unserer Beziehungen zu den Unternehmen in der Region und die damit einhergehenden Vermittlungsaussichten.

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  • VZ = Vollzeit
  • TZ = Teilzeit (vormittags)