Umschulungen stellen einen gegenüber klassischen Berufsausbildungen verkürzten Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss dar. Die Dauer einer Umschulung beträgt in der Regel zwei Drittel der normalen Ausbildungszeit für den Beruf.

Ablauf und Struktur der Umschulung

Eine Umschulung als Fachlagerist / Fachlageristin dauert 16 Monate in Vollzeit und ca. 24 Monate in Teilzeit. Zum Vergleich: Die reguläre Ausbildungszeit für den Beruf liegt bei 24 Monaten in Vollzeit und ca. 36 Monaten in Teilzeit.

Diese Verkürzung ist nur dann möglich, wenn der Interessent bzw. die Interessentin über Erfahrungen verfügt, die eine solche Verkürzung rechtfertigen. Das können berufliche Erfahrungen sein, z.B. durch eine bereits (auch teilweise) absolvierte Ausbildung, aber auch schulische Erfahrungen, z.B. durch ein Abitur oder ein (abgebrochenes) Studium. Wichtig zu wissen ist, dass nicht in jedem Fall ein bereits erworbener Berufsabschluss oder ein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt werden. Es wird also jeweils der Einzelfall gemeinsam mit der jeweils zuständigen Kammer abgestimmt.

Die Umschulung besteht typischerweise aus:

  • Theoretischem und fachpraktischem Unterricht im Bfz-Kassel (immer ca. 2 Wochen am Stück)
  • Fachpraktischen Übungen in Praxisbetrieben der Region Kassel oder im Bfz-Übungslager (auch immer ca. 2 Wochen am Stück)
  • Einem Praktikum gegen Ende der Maßnahme bei einem potenziellen Arbeitgeber

Wichtig ist, dass die fachpraktischen Phasen variabel gestaltet werden können. Wenn nichts dagegen spricht, finden diese in Praxisbetrieben in der Region statt. Gibt es Ausbildungslücken, die nicht in Betrieben geschlossen werden können, findet die entsprechende Praxisausbildung im Bfz-Übungslager statt. Gibt es einen Lernrückstand, zum Beispiel weil man einen 2wöchigen Unterrichtsblock krankheitsbedingt verpasste, dann kann der Übungsblock auch ausfallen und individuell für zusätzlichen Unterricht genutzt werden.

Fachlageristen sind das Rückgrat eines jeden Lagers. Sie sind in allen logistischen Bereichen tätig. Sie sind die Praktiker, die alle Arbeiten im Lager beherrschen.

Einsatzbereiche von Fachlageristen

Zu den Aufgaben von Fachlageristen gehören unter anderem

  • das Prüfen von Warenbegleitpapieren zwecks Beurteilung von ankommenden Lieferungen,
  • das Annehmen der Lieferungen,
  • die Vorbereitung von Warenrückgaben bei Beanstandungen,
  • das Auspacken, Sortieren und Einlagern gelieferter Waren,
  • die Verwaltung der Lagerbestände mittels Listen, Karteien und EDV-Programmen,
  • die Kontrolle der Lagerbestände,
  • die Zusammenstellung von Lieferungen,
  • das Verpacken von Waren,
  • das Erstellen von Warenbegleitpapieren und
  • die Bedienung von Transportgeräten und Lagerverwaltungssystemen

Beschäftigung finden Fachlageristen/innen in der Industrie, sowie im Einzel- und Großhandel oder bei Speditionsunternehmen. Dort arbeiten sie überwiegend im Lager, aber auch in Fabrikhallen und Kühlhäusern.

Persönliche Voraussetzungen für Fachlageristen

Der Beruf stellt hohe Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit. Entsprechend ist eine gute körperliche Gesamtverfassung von großem Vorteil. Darüber hinaus erfordert der Einsatz im Lager immer Genauigkeit, Verlässlichkeit und Stressresistenz.

Schwesterberuf Fachkraft für Lagerlogistik

An dieser Stelle sei kurz auf den Unterschied zu dem verandten Beruf "Fachkraft für Lagerlogistik" hingewiesen: Der Beruf des Fachlageristen bzw. der Fachlageristin erfordert regulär eine 2jährige Ausbildung, während der Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik regulär eine 3jährige Ausbildung erfordert. In den ersten zwei Jahren sind beide Ausbildungen deckungsleich. Das dritte Lehrjahr, das nur die Fachkraft für Lagerlogistik beinhaltet, konzentriert sich auf kaufmännische Inhalte. Diese Inhalte fehlen also bei dem Beruf des Fachlageristen bzw. der Fachlageristin.

Da Umschulungen ein vergleichsweise schneller Weg zu einem Berufsabschluss darstellen, ist eine Förderung möglich und in vielen Fällen interessant.

  • Erwerbslose können über die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter einen Bildungsgutschein erhalten, mit dem die Umschulung finanziert wird.
  • Wenn aus gesundheitlichen Gründen der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, dann kann eine Umschulung von der Rentenversicherung oder (bei Arbeitsunfällen) von der zuständigen Berufsgenossenschaft finanziert werden.
  • Natürlich ist auch eine Privatfinanzierung möglich. Unter Umständen lassen sich diese Kosten auch durch BAFöG-Leistungen reduzieren.

Die Umschulung im Bfz-Kassel orientiert sich weitgehend am bewährten dualen Berufsausbildungs-System in Deutschland. Die Umschüler erwerben sowohl die notwendigen Kenntnisse in der Fachtheorie, als auch die praktischen Erfahrungen, die man nur in Betrieben sammeln kann.

Der Unterricht erfolgt weitgehend klassisch, also dem üblichen Modell "Lehrer vor Klasse" folgend. Selbstlernphasen und eigenständiges Üben bzw. Lernen beschränken sich auf pädagogisch angebrachte Anteile.

Das Bfz-Kassel fungiert auch als Unternehmensberatung und Unternehmensdienstleister und gewinnt daher Einblicke in die betriebliche Praxis, die einem reinen Bildungsanbieter oftmals verwehrt bleiben. Unsere Consulting-Aktivitäten haben auch einen Einfluss auf die Qualität unserer Beziehungen zu den Unternehmen in der Region und die damit einhergehenden Vermittlungs-Aussichten.

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Leiter Unternehmens-Entwicklung

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Legende
  • VZ = Vollzeit
  • TZ = Teilzeit (vormittags)