Umschulungen stellen einen gegenüber klassischen Berufsausbildungen verkürzten Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss dar. Die Dauer einer Umschulung beträgt in der Regel zwei Drittel der normalen Ausbildungszeit für den Beruf.

Ablauf und Struktur der Umschulung

Eine Umschulung als Kaufmann / Kauffrau im Gesundheitswesen dauert 24 Monate in Vollzeit und ca. 36 Monate in Teilzeit. Zum Vergleich: Die reguläre Ausbildungszeit für den Beruf liegt bei 36 Monaten in Vollzeit und ca. 48 Monaten in Teilzeit.

Diese Verkürzung ist nur dann möglich, wenn der Interessent bzw. die Interessentin über Erfahrungen verfügt, die eine solche Verkürzung rechtfertigen. Das können berufliche Erfahrungen sein, z.B. durch eine bereits (auch teilweise) absolvierte Ausbildung, aber auch schulische Erfahrungen, z.B. durch ein Abitur oder ein (abgebrochenes) Studium. Wichtig zu wissen ist, dass nicht in jedem Fall ein bereits erworbener Berufsabschluss oder ein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt werden. Es wird also jeweils der Einzelfall gemeinsam mit der jeweils zuständigen Kammer abgestimmt.

Die Umschulung besteht typischerweise aus:

  • Theoretischem und fachpraktischem Unterricht in der zuständigen Berufsschule (ca. 2 Tage pro Woche)
  • Stütz- und Förderunterricht im Bfz-Kassel (ca. 1-3 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Fachpraktischen Übungen in Praxisbetrieben der Region Kassel (ca. 0-2 Tage pro Woche, je nach Lernstand)
  • Einem Praktikum gegen Ende der Maßnahme bei einem potenziellen Arbeitgeber (auch das lernbegleitend)

Insgesamt ist der Aufbau stark angelehnt an das normale System der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Wichtig ist uns vor allem die Flexibilität, auf Lernprobleme durch eine Erhöhung des Anteils des Stütz- und Förderunterrichts reagieren zu können.

Kaufleute im Gesundheitswesen planen bzw. organisieren Geschäfts- und Leistungsprozesse, entwickeln Dienstleistungsangebote. Kaufleute im Gesundheitswesen sind in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, medizinischen Labors, Arztpraxen Krankenversicherungen und Rettungsdiensten tätig.

Einsatzbereiche der Kaufleute im Gesundheitswesen

Kaufleute im Gesundheitswesen sind in verschiedenen Aufgabenbereichen tätig. Ihr Arbeitsgebiet zeichnet sich durch strukturiertes Erarbeiten und Organisieren von Verwaltungsvorgängen, Geschäftsabläufen und Dienstleistungen des Gesundheitswesens aus. Dafür wenden Sie sozial- und gesundheitsrechtliche Richtlinien an. Kaufleute im Gesundheitswesen sind meist in der Kundenbetreuung tätig. Dort liegen die Schwerpunkte beim Informieren und Betreuen der Kunden. Es werden Patientenangaben erfasst und Leistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern abgerechnet. Darüber hinaus üben sie im betrieblichen Finanz- und Rechnungswesen und in der Personalwirtschaft allgemeine kaufmännische Tätigkeiten aus.

Zudem sind Kaufleute mit Gesundheitswesen mit Aufgaben des Rechnungswesens und Beschaffung betraut, sie kontrollieren z.B. Rechnungen und begleichen diese. Außerdem assistieren sie bei Gesprächen, Tagungen und Seminaren.

Der routinierte Umgang mit Email, Telefon, Brief und Fax und der entsprechenden Bürosoftware ist Grundlage für das effiziente Erledigen der vielfältigen Aufgaben.

Persönliche Voraussetzungen

Ein ausgeprägter Ordnungssinn, Organisationstalent und Kommunikationsstärke helfen Kaufleuten im Gesundheitswesen, im abwechslungsreichen Alltag den Überblick zu behalten. Ein hohes Maß an Organisatorischem Verständnis sollte ebenso vorhanden sein wie die notwendige soziale Kompetenz zum Umgang mit Kunden (oftmals Patienten), Mitarbeitern und Vorgesetzten.

Da Umschulungen ein vergleichsweise schneller Weg zu einem Berufsabschluss darstellen, ist eine Förderung möglich und in vielen Fällen interessant.

  • Erwerbslose können über die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter einen Bildungsgutschein erhalten, mit dem die Umschulung finanziert wird.
  • Wenn aus gesundheitlichen Gründen der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, dann kann eine Umschulung von der Rentenversicherung oder (bei Arbeitsunfällen) von der zuständigen Berufsgenossenschaft finanziert werden.
  • Natürlich ist auch eine Privatfinanzierung möglich. Unter Umständen lassen sich diese Kosten auch durch BAFöG-Leistungen reduzieren.

Die Umschulung im Bfz-Kassel orientiert sich weitgehend am bewährten dualen Berufsausbildungs-System in Deutschland. Die Umschüler erwerben sowohl die notwendigen Kenntnisse in der Fachtheorie, als auch die praktischen Erfahrungen, die man nur in Betrieben sammeln kann.

Der Unterricht erfolgt weitgehend klassisch, also dem üblichen Modell "Lehrer vor Klasse" folgend. Selbstlernphasen und eigenständiges Üben bzw. Lernen beschränken sich auf pädagogisch angebrachte Anteile.

Das Bfz-Kassel fungiert auch als Unternehmensberatung und Unternehmensdienstleister und gewinnt daher Einblicke in die betriebliche Praxis, die einem reinen Bildungsanbieter oftmals verwehrt bleiben. Unsere Consulting-Aktivitäten haben auch einen Einfluss auf die Qualität unserer Beziehungen zu den Unternehmen in der Region und die damit einhergehenden Vermittlungs-Aussichten.

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  • VZ = Vollzeit
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